über Gallaghers Tochter - Clou Gallagher

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

über Gallaghers Tochter

Presse
Rezensentin: Christel Scheja

(...) Im gleichen Stil wie in den ersten Romanen schreibt Achim Hiltrop seine Geschichte fort und bietet spannende Science Fiction-Abenteuer vor einer plastischen Kulisse. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Galaxis in den letzten zwanzig Jahren verändert hat, wie vertraute Personen sich verändert haben. Dabei sind sie längst nicht mehr die kerngesunden Actionhelden von früher – dafür steht ihnen nun eine interessante neue Generation zur Seite.
Gallaghers Tochter ist wie ihr Vater mit allen Wassern gewaschen und steht selbstbewusst ihre Frau, Armand ist zwar von jugendlichen Übermut beseelt und zunächst leicht zu beeindrucken, entwickelt sich aber auch durch die Geschichte.
Spannung entsteht durch den Hintergrund, eine interessant eingefädelte Intrige und die Geheimnisse, die nur nach und nach ans Licht kommen. Zwar sollte man nicht unbedingt viel Sozialkritik und Charaktertiefe erwarten, aber die Geschichte erfüllt ihren Zweck, gut zu unterhalten und Lust auf mehr zu machen.
„Gallaghers Tochter“ ist eine würdige Fortsetzung der „Gallagher“-Reihe und bietet wie die vorhergehenden Bände spannendes und vielschichtiges Sci-Fi-Abenteuer mit sympathischen Helden.


Rezensent: Thomas Harbach

(...) Es wäre zu viel gesagt, Vergleiche mit John Woos Actionthriller “Hardboiled” anzustellen, ganz verkehrt liegt man aber auch nicht. Gallagher ist Opfer und Täter zu gleich, in dem er einmal seiner unterbewussten Koordinierung folgen muss und gleichzeitig den Hintermann niederstrecken kann. Das Team um Jedrel versucht auf verschiedenen Ebenen in diese isolierte Klinik einzudringen, wobei die Verwandtschaft des Grünschnabels zu einem der dort residierenden Männer insbesondere Rebecca zu leicht den Zugang ermöglicht. Ein Teil der Söldner versucht sich von außen durch eine verminte unwegsame Umgebung einzuschleichen, was spannungstechnisch zu wenig hilft, aber zumindest Raum für eine Reihe von Machosprüchen lässt. Wie geschrieben, das Ende ist knallig direkt und actionreich, befriedigt aber nicht gänzlich. Eine zynische Pointe hat der Autor aber in der Hinterhand.
Viel interessanter ist die Weiterentwicklung der einzelnen Protagonisten. Gallagher ist trotz seiner erzwungenen Kälteschlafes fünfzehn Jahre älter. In der Zeit seiner Genesung finden sich eine Reihe von Anspielungen, gegen Ende des Buches ist diese Karte ausgespielt und Gallagher ist wieder der Alte. Vielleicht hätte Hiltrop die Betonung nicht so stark zurücknehmen müssen. Auch als halber Invalide ist der ehemalige Söldner und Kriegsheld nicht nur eine charismatische, sondern vor allem eine interessante Figur. Das Wiedersehen mit seiner Tochter soll ihn “weicher” machen. Ansätze sind auf jeden Fall vorhanden. Es bleibt abzuwarten, ob diese charakterlichen Veränderungen nicht originärer, aber bislang verschütteter Bestandteil des komplexen Kriegshelden ist, den Hiltrop inzwischen über sieben Romane und eine Vielzahl von Kurzgeschichten erschaffen hat. Auf der anderen Seite geht  Rebeccas Wandlung zu leicht. Zu sehr ist Gallagher ein Opfer der von ihm nicht zu verantwortenden Umstände. Diese Komponente - in erster Linie in Hinblick auf die politischen Intrigen hinter den Kulissen - hat Hiltrop insbesondere in der mittleren Trilogie sehr viel nuancierter und intelligenter angelegt. Auch die potentielle Liebesgeschichte zwischen Rebecca und dem eher verwöhnten kleinen Cartier wirkt eher als lange, vielleicht zu lange Einleitung für ein Tochter- Vater Gespräch am Ende des Romans, in das der Autor seine ganze Erfahrung als Vater packt, das aber trotzdem eher den typischen Rollenmustern solcher Gespräche folgt. Hier hätte man mehr erwarten können. Neben den schon angesprochen Figuren überzeugt vor allem der treue Jedrel in der erste Hälfte des Buches, der eine menschlichere Variante Gallaghers, aber positiv für den ganzen Roman keinen Ersatz für den Namensgeber dieser Buchserie darstellen kann oder soll.
Obwohl die meisten Actionszenen sehr solide beschrieben worden sind und der “Peacemaker” nicht nur eine Hommage an die von Achim Hiltrop geliebten “Star Wars” Filme darstellt, sondern die ultimative Antwort auf futuristische Kriege ist, wirkt “Gallaghers Tochter” manchmal ein wenig zu hektisch niedergeschrieben. Achim Hiltrop bereitet manche irrsinnig erscheinende Szenen - wie den Polizeiroboter bei der Gruppe der Befreier, der Gallagher im Grunde befreien und gleichzeitig für einen nicht verjährten Mord wieder verhaften möchte - ausführlich und geschickt vor, um sie dann hektisch - ein Codewort reicht aus, auch wenn mehr als nur die Maschine ausgeschaltet wird - und nicht immer nachvollziehbar abzuschließen. Auch die Antagonisten hätten noch ausführlich beschrieben werden können, vielleicht sogar müssen. Mit Rajennko verfügt die Oppositionen über einen opportunistischen und interessant beschrieben Wendehals, dessen Ziele der Autor absichtlich noch im Dunklen hält.
Als Auftaktdrittel eines wie schon angesprochen sehr umfangreichen Romans ist es zu früh, einen endgültigen Stab über diese Geschichte zu brechen. “Gallaghers Tochter“ liest sich aber ausgesprochen flott und die zahllosen Details sind sehr gut in die kontinuierlich voranschreitende Handlung integriert worden. Vielleicht hätte man sich ein wenig mehr Handlung die Titelfigur betreffend und etwas weniger Gallagher gewünscht, aber zusammenfassend eine gut geschriebene Geschichte mit etwas Neuem und viel positiv vertrauten wie bekannten Science Fiction Material.


Rezensent: Alfred Kruse

(...) Der Gott der Unwahrscheinlichkeiten hat Überstunden geschoben. Aber massiv ! So viel Zufälle, wie sie hier in dieser Fortsetzung der schon klassisch zu nennenden Gallagher-Trilogien beschrieben sind, kann es anders gar nicht geben. Achim Hiltrop führt den geneigten Leser auf einem Parforce-Ritt in die neue Zeit, zwanzig Jahre nach dem letzten Roman. Die alten Strukturen sind zerschlagen, eine universumsweiter Konzern hat die Macht übernommen, mit einem Gegenspieler Gallaghers an der Spitze. Aber Clou Gallagher hatte ja mit Debbie Powers eine Tochter, Rebecca. Und die nimmt den Staffelstab gerne auf, Achim Hiltrop schildert sie keinen Deut besser als Gallagher selbst. Allerdings sieht sie besser aus. Und ist auch ansonsten keine Clou-Klon, sondern hat ihre ganz eigene Geschichte und ihre ganz eigenen Macken. Und Gimmicks bzw. Kumpels. Das moderne Äquivalent von Trigger hat seinen ganz eigenen Charme, ein staubkorngroßes Wesen, das mich persönlich stark an das Bit von "Tron" erinnert. Allerdings etwas sprachbefähigter. (...)


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü